Bildung und Familie

Meine Positionen

  1. Haushaltspolitik
  2. Finanzmarktpolitik
  3. Bekämpfung der Finanzkrise
  4. Steuern - Entlastung der Bürger
  5. Wirtschaftspolitik
  6. Bürokratieabbau
  7. Gesundheitspolitik
  8. Bildung und Familie
  9. Eine moderne Energiepolitik
  10. Für Menschen- und Bürgerrechte
  11. Toncar zur Sache (Videos)
Bundestag
  1. Reden im Bundestag
  2. Parlamentarische Initiativen
  3. Team Berlin
  4. Eine Arbeitswoche in Berlin

Bildung
Bildung ist das zentrale Bürgerrecht, das die Lebenschancen aller Menschen, vor allem der Kinder, in der Wissensgesellschaft bestimmt. Bildung ermöglicht die Teilhabe an den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen unserer Zeit. Und sie ist entscheidend für die Entfaltung von Persönlichkeit und Individualität. Sie ermöglicht dem Menschen moralisches Handeln und macht ihn zum verantwortungsbewussten und mündigen Bürger. Daher fordern wir Liberale eine Initiative „Vorfahrt für Bildung“. Bund, Länder, Kommunen und Wirtschaft müssen hierzu ihre Anstrengungen wesentlich erhöhen. Die FDP will möglichst schon bis 2010 das Ziel erreichen, verbindlich über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Bildung und Forschung zu investieren. Wenigstens 7 Prozent des BIP sollen für Bildung und drei Prozent des BIP für Forschung und Technologie investiert werden. Baden-Württemberg ist im Übrigen bei den staatlichen wie den privaten Investitionen in Bildung bundesweit Spitze.


Frühkindliche Bildung
Die Erziehung von Kindern ist in allererster Linie Aufgabe der Eltern. Die Zuwendung und Förderung in der Familie bleibt für die Bildungs- und Lebenschancen eines Kindes entscheidend. Der Staat kann diese Prägungen nicht ersetzen oder ausgleichen. Aber er ist gefordert, jedem Kind eine Chance zu verschaffen, aus seinen Voraussetzungen und Talenten etwas zu machen. Gerade weil es Kinder gibt, die von ihrer familiären Herkunft her benachteiligt sind, brauchen wir ein gutes Bildungssystem.

In einer Allianz von Familien- und Bildungspolitik gehören Kindertageseinrichtungen und Tagespflege zum Fundament des staatlichen Bildungssystems. Sie sollen Individualität, Kreativität, Selbständigkeit und die körperliche Entwicklung der Kinder fördern und die Voraussetzungen für den Schulbesuch schaffen. Denn wenn ein Kind in den ersten Schuljahren nicht zurecht kommt, ist die Gefahr groß, dass das eine ganze Schullaufbahn lang so bleibt. Anders als viele andere Kandidaten und Parteien bin ich deshalb der Auffassung, dass Chancengerechtigkeit im Bildungssystem vor allem von den frühkindlichen Bildungsangeboten und der rechtzeitigen Schulreife eines Kindes abhängt, und nicht von Schulstrukturen oder anderen leidenschaftlich diskutierten Oberflächlichkeiten.

Bei der Frage der Schulreife eines Kindes ist die Sprache der wichtigste Gesichtspunkt. In fast allen Fällen liegen bei Schulabbrechern Probleme bei der Beherrschung der deutschen Sprache vor. Hier muss angesetzt werden. Es ist ein Erfolg der FDP, dass in Baden-Württemberg als bisher einzigem Bundesland alle Kinder im Alter von vier Jahren auf ihren sprachlichen Entwicklungsstand hin geprüft werden. Kinder mit Schwächen werden dann in speziellen Angeboten gefördert. Diese Angebote müssen weiter ausgebaut werden. Auch bin ich dafür, die Teilnahme an der eventuell notwendigen Förderung im Interesse der Kinder verpflichtend zu machen.

Ab dem fünften Lebensjahr brauchen wir dann für alle Kinder eine verbindliche Schulvorbereitung, in der ebenfalls Begabungen gefördert und Schwächen behoben werden. So sollen faire Startchancen für alle Kinder am Beginn ihrer Schullaufbahn geschaffen werden.

Schule
Schulen brauchen eine weitgehende Autonomie bei Finanzen, Lehrkonzepten und im Personalwesen. Sie sollen eigene Budgets erhalten, die sich nach Anzahl der Schüler und deren Förderbedarf richten, egal ob es sich um eine Schule in staatlicher oder freier Trägerschaft handelt. Jede Schule soll ein eigenes Bildungskonzept erarbeiten, mit dem sie auf Eltern und Kinder zugeht. Auf diese Weise wollen wir eine Angebotsvielfalt erreichen, die den Eltern die Wahl lässt, auf welche Schule sie ihr Kind schicken. Jede Schule muss sich dann in regelmäßigen Abständen einer Evaluation unterziehen. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert.

Für uns Liberale ist klar, dass nur ein durchlässiges Bildungssystem faire Aufstiegschancen garantieren kann. Schulempfehlungen dürfen keinen unumkehrbaren Bildungsweg zementieren. Zwischen den einzelnen Bildungsstationen muss die Durchlässigkeit erhöht werden. Wir wollen, dass Übergänge zwischen den einzelnen Schulformen besser koordiniert werden. Die Einzelheiten der Schulpolitik werden aber nicht im Bundestag, sondern von den Kolleginnen und Kollegen im Landtag festgelegt.

Familie
Durch unsere Vorschläge für eine Steuerreform wollen wir besonders die Familien entlasten. Deswegen fordern wir, einen einheitlichen Grundfreibetrag von 8.004 Euro für Erwachsene und Kinder einzuführen. Es ist nicht einzusehen, warum es für Kinder – wie bisher – nur den halben Steuerfreibetrag eines Erwachsenen gibt. Das Kindergeld soll auf 200 Euro pro Kind und Monat für die Familien angehoben werden, die den Kinderfreibetrag nicht nutzen. Unter Berücksichtigung der Werbungskostenpauschale und der Abzugsfähigkeit der Vorsorgeaufwendungen wäre eine vierköpfige Familie noch bei einem Familieneinkommen von 40.700 Euro steuerfrei. Das würde dazu führen, dass die meisten Familien in der Mittelschicht fast keine Einkommensteuer mehr zahlen müssen.

Kinderbetreuungskosten und Pflegekosten sollen in Höhe von bis zu 12.000 Euro im Jahr von der Steuer abgesetzt werden können. Die Steuerklasse V, die die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit eines Ehepartners – häufig der Frau – auf dem Papier steuerlich unattraktiv erscheinen lässt, soll abgeschafft werden.

Damit gehören Familien mit Kindern zu den Hauptgewinnern der liberalen Steuerreform. Es ist vermutlich auf Unwissenheit oder Gleichgültigkeit zurückzuführen, wenn die politische Konkurrenz Steuersenkungen als „unsozial“ darstellt.

Bis heute besteht eine Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen. Daran hat sich leider auch wenig geändert, seit die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern europaweit verboten ist. Es bedarf breit angelegter Strategien, um diese schrittweise zu überwinden. Anstrengungen in der Bildungspolitik müssen auf ein verändertes Studien- und Berufswahlverhalten beider Geschlechter abzielen. Der Schlüssel zur Steigerung der Beschäftigungsquote und der Minimierung der Einkommensunterschiede von Frauen liegt in der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Arbeitszeiten müssen den Lebens- und Familienphasen von Frauen und Männern gleichermaßen besser angepasst werden. Lebensarbeitszeitmodelle einschließlich der Möglichkeit von Sabbaticals und des Ansparens von Arbeitszeiten für Familienphasen müssen ausgebaut werden. Da die Einkommensunterschiede bei hohem Ausbildungsniveau besonders groß sind, muss der Aufstieg von Frauen in Führungspositionen und ihre gleichberechtigte Integration in den Führungsebenen gefördert werden. Frauennetzwerke und Mentoringprojekte können dies unterstützen.

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